Von der Fehlerkultur zur Lernkultur

von Kerstin Tome

"When given a choice, choose the thing that scares you a little. If it's 100% safe, it is holding you back." - Jeff Atwood

Auch heute noch fällt es dem ein oder anderen schwer, offen über gemachte Fehler zu sprechen. Oft werden sie ausschließlich als negative Ereignisse betrachtet. Dabei liefern Fehler eine wertvolle Grundlage für Weiterentwicklung und Fortschritt. Fehler machen zu dürfen, ermöglicht Erfahrungen zu sammeln und neues zu schaffen. Um aber aus gemachten Fehlern tatsächlich lernen zu können, braucht es eine offene Fehlerkultur im Unternehmen. Besser noch: eine Lernkultur.

Früher war Fehler

Lange Zeit war es in unserer Kultur etwas Negatives Fehler zu machen. Es hieß: Wer war das? Was sind die Konsequenzen? Die Fehler wurden bei anderen gesucht, die eigenen vertuscht. Es ging darum, im besten Licht dazustehen und einen Schuldigen zu finden, der die Konsequenzen tragen sollte. In beweglichen, innovativen Unternehmen hat sich das heute grundlegend geändert.

Heute ist Chance

Um das Potential aufzuspüren, das in einem Fehler steckt, wendet sich die Organisation dem Fehler zu. Sie übergeht ihn nicht. Statt dessen nimmt sie ihn wahr, reflektiert und analysiert ihn. Und sie lernt daraus. So gestaltet und optimiert die Organisation fortwährend.

Aus Fehlerkultur wird Lernkultur

Es ist die persönliche und unternehmerische Weiterentwicklung, die im Fokus steht. Jeder Fehler weist auf einen Lernbedarf und damit auf eine Chance zur Verbesserung hin. Dabei sind die Fehler, aus denen wir lernen, mehr wert als die Fehler, die keine Veränderung im eigenen Handeln bewirken. Erst die Reflektion und Auswertung der Fehler macht eine Veränderung möglich. Und nur wer aus Fehlern lernt, stößt Entwicklung an. Das gilt sowohl für den Einzelnen als auch für gesamte Unternehmen. Und ganz nebenbei: Wer offen mit seinen Fehlern und den darauf resultierenden Lerneffekten umgeht, sammelt häufig sogar Sympathiepunkte beim Gegenüber.

Um einen solch offenen Umgang mit Fehlern zu fördern, muss dies im Unternehmen unterstützt werden. Eine gelungene Lernkultur zeichnet sich dadurch aus, dass offen über Fehlentscheidungen diskutiert wird. So entstehen konkrete und konstruktive Verbesserungsvorschläge, die im besten Falle ähnliche Fehler vorbeugen. Dabei unterstützt natürlich ein funktionierendes Wissensmanagement, das dabei unterstützt, Gelerntes mit den Kollegen zu teilen, es im gesamten Unternehmen zugänglich zu machen.

Ist eine solche Lernkultur Teil der Unternehmensphilosophie, ist das nicht nur ein Gewinn für das Unternehmen. Auch alle Kunden profitieren letztlich von den Lernerfahrungen.

 

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