SAFe für Agilität in Unternehmen

Die Geschwindigkeit, mit der Produkte am Markt etabliert werden und wieder verschwinden, ist rasant gestiegen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, stellen viele klassisch organisierte Unternehmen einzelne Teams auf eine agile Arbeitsweise um. In größeren Unternehmen stellen diese Teams aber oft Einzelkämpfer dar, die in den etablierten Prozessen als Fremdkörper wahrgenommen werden und schnell auf Hindernisse stoßen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, kann ein Skalierungsframework wie SAFe helfen, ein "agiles Bewusstsein" im Unternehmen zu schaffen, auch wenn nicht alle Unternehmensbereiche agil arbeiten.

Warum ist Agilität wichtig?

Agilität ist aus der digitalen Welt und aus der Entwicklung für den digitalen Markt nicht mehr wegzudenken. Produkte kommen und gehen um ein vielfaches schneller, als es noch vor wenigen Jahrzehnten üblich war. Dennoch arbeiten viele Unternehmen nach wie vor mit den Werkzeugen aus dieser Zeit. So treffen lange Entwicklungszyklen auf eine kurze Produktlebensdauer und es gehen Investitionen verloren - im schlimmsten Fall ist das fertige Produkt bei Release nicht mehr marktrelevant.

Die Idee hinter agilen Arbeitsweisen wie Scrum oder Kanban ist es, dieses Risiko durch kürzere Entwicklungs- und Releasezyklen und häufige Marktgänge zu minimieren. Agile Frameworks wie SAFe erlauben es, diese Arbeitsweise für große Projekte oder unternehmensweit zu etablieren. Dies bringt einige Vorteile mit sich:

  • Kurze Iterationen
  • Kundenorientierte Entwicklung
  • Schnellerer Marktgang
  • Effizienzsteigerung
  • Flexibilität

Was ist SAFe?

Die Abkürzung SAFe steht für „Scaled Agile Framework“. Skalierungs-Frameworks wie SAFe bieten die Möglichkeit, agile Lösungen und Methoden in systematischer Art und Weise zu etablieren. SAFe gehört dabei zu den beliebtesten Skalierungslösungen und ist auch in Übergangsprozessen hin zum agilen Arbeiten sinnvoll einsetzbar. Das Framework bietet einen agilen Ansatz, der sich für größere Projekte oder Unternehmen eignet. Dieses Vorgehen erleichtert den Wechsel zum agilen Arbeiten in großen Unternehmen und sorgt für eine effiziente und durchdachte Einführung.

    Umstellung von klassischer Vorgehensweise hin zu Agilität

    Eines ist bei der Umstellung der klassischen Arbeitsweise hin zum agilen Unternehmen klar: Es geht nicht von heute auf morgen. Ziel muss immer sein, die Umstellung in kleinen Schritten zu vollziehen. Bereits etablierte Prozesse und Best Practices werden übernommen und Stück für Stück mit Blick auf Agilität optimiert. Und das so lange, bis sich die Transformation für alle richtig anfühlt.

    SAFe eignet sich für einen solchen Umstieg besonders, da durch zusätzliche Rollen auf übergeordneter Ebene ein Kontrollelement etabliert wird, das andere Skalierungsframeworks nicht bieten. Es ist also hierarchischer angelegt, als man es von einem agilen Framework erwarten würde und erhöht dennoch die unternehmensweite Umsetzungsgeschwindigkeit. Zusätzlich setzt die Funktionsweise von SAFe eine klare Roadmap und gut durchstrukturierte Prozesse voraus - Merkmale, die sich gut aus klassischen Projektplänen übernehmen lassen.

    Begleitung bei der Einführung agiler Methoden

    ion2s hat langjährige Erfahrung mit der Arbeit innerhalb von SAFe und mit der Vereinbarkeit von klassischer Arbeitsweise und agilen Methoden wie Scrum oder Kanban. Eine enge Zusammenarbeit mit einer agil aufgestellten Agentur erfordert nicht zwangsläufig einen Umbau des eigenen Unternehmens. Vielmehr ist es so möglich, Agilität mitzuerleben - und sich inspirieren zu lassen, die eigenen Strukturen hin zum agilen Unternehmen weiterzuentwickeln. Gerne unterstützen unsere agilen Teams und Scrum Master dabei in Form von Wissensaustausch und Workshops.

    „Innerhalb eines Jahres in SAFe hat unser Kunde gemeinsam mit uns mehr überflüssige Prozesse abgebaut als in den drei Jahren zuvor.“

    - V. Chelakov, ion2s

    So funktioniert SAFe

    Fünf bis zehn Teams (ca. 50-125 Mitglieder) arbeiten in einem sogenannten Train zusammen und bearbeiten die Herausforderungen eines Programms. Hierbei geht es wohlgemerkt nicht um abgeschlossene Projekte sondern um die Etablierung eines fortlaufenden Flows.

    Agile Teams im Agile Release Train

    Das Herzstück von SAFe sind die agilen Teams, zwischen 5 und 10 an der Zahl, mit jeweils 5-11 Personen. Sie bestehen aus Product Owner, Scrum Master und Entwicklung. Sie arbeiten weitgehend unabhängig voneinander nach Scrum oder Kanban. SAFe fasst diese Teams in sogenannte Agile Release Trains (ART) zusammen. Die Teams sind so zusammengesetzt, dass die Fähigkeiten und das Wissen, um eine Solution zu erarbeiten, komplett abgedeckt sind. Der ART ist demnach unabhängig.

    Im ART gibt es neben den Teams weitere Rollen: System Architect, Product Management, Release Train Engineer und Business Owner.

    • System Architect: Trägt dafür Sorge, dass das übergeordnete System funktioniert und der ART nicht auf unterschiedlichen Schienen und in entgegengesetzte Richtungen fährt.
    • Product Management: PO auf ART Ebene
    • Release Train Engineer (RTE): Scrum Master auf ART Ebene
    • Business Owners: Stakeholder auf ART Ebene

    Ablauf

    Zu Beginn des fortlaufenden Prozesses steht ein PI-Planning (PI = Program Increment). In diesem Termin, der sich meist über zwei Tage erstreckt, kommen alle im ART verorteten Personen zusammen. Folgende Punkte werden während dieses Termins behandelt:

    • Gemeinsames Verständnis der Vision / Mission des Unternehmens / Projekts
    • Gemeinsames Verständnis des Projekt- oder Unternehmensziels
    • Abhängigkeiten zwischen den Teams identifizieren
    • Haupt-Features des Programms (Produkts) festlegen
    • Meilensteine und Zulieferungsdaten festlegen
    • Planen einzelner Sprints auf Teamebene

    In einem vorab festgelegten Zeitraum von meist 8 - 12 Wochen - genannt Program Increment - entwickelt der ART nun eine Solution, welche am Ende des Zyklus an die Business Owner geliefert wird. Jedes Team folgt seinem eigenen Sprint. Die Scrum Master sorgen auf Teamebene und der RTE auf ART Ebene dafür, dass alles reibungslos läuft. Nach jedem Sprint wird ein Teil der Solution geliefert und es wird geprüft, ob dieser auf das übergeordnete Ziel einzahlt. Hier sind vor allem die Product Owner und das Product Management gefragt. Ist das nicht der Fall, wird die Arbeitsweise und Zielsetzung im folgenden Sprint entsprechend angepasst. Ein Program Increment besteht typischerweise aus 4 - 5 solcher Sprints und einer abschließenden Phase, in der das PI als Ganzes betrachtet wird. Hierbei geht es darum, gemachte Fehler in Zukunft zu vermeiden und Prozesse zu verbessern. Anschließend geht das Ganze wieder von vorne los.

    Ausbaustufen von SAFe

    Soll SAFe als Rahmenwerk im Unternehmen eingeführt werden, sollte man sich zunächst über eine sinnvolle Ausbaustufe Gedanken machen. In diese Entscheidung sollte zum einen die Komplexität und Größe der eigenen Vorhaben einfließen. Zum anderen sollte geklärt werden, welche Unternehmensbereiche und -ebenen mit einbezogen werden.

    Unternehmen, die noch keine bis wenig Erfahrung mit SAFe und agilem Arbeiten haben, sind gut mit der Variante Essential SAFe beraten. Essential SAFe lässt sich für ein Projekt innerhalb des Unternehmens oder, je nach Mitarbeiteranzahl, für das gesamte Unternehmen etablieren. Die Ausbaustufe Large Solution SAFe ist, wie der Name bereits vermuten lässt, für größere Projekte oder Unternehmen gedacht. Hierbei werden auch externe Zulieferer mitberücksichtigt. Weitere Ausbaustufen sind Portfolio SAFe und Full SAFe.

    Voraussetzungen für eine erfolgreiche Prozessskalierung

    SAFe bietet zwar konkrete Ansatzpunkte, wie eine Prozessskalierung auch bei einem hohen Komplexitätsgrad erfolgreich sein kann. Jedoch sollte dabei immer im Hinterkopf behalten werden, dass ein solcher Prozess sehr viel Zeit und Aufwand kostet. Gerade in der Anfangsphase sind Schulungen sehr wichtig, um alle Beteiligten abzuholen. Mitarbeiter mit Erfahrungen in Scrum und/oder in anderen agilen Vorgehensmodellen (Kanban, XP etc.) können hier wertvolle Botschafter darstellen. Ist im Unternehmen selbst kein oder nur wenig Wissen vorhanden, lohnt sich die Beauftragung externer Coaches. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren sind also:

    • Interne Botschafter und/oder externe Coaches
    • Konsistente Verfahren und Prozesse
    • Einsatz eines teamübergreifenden Werkzeugkoffers
    • Eine Geschäftsführung, die voll hinter der Einführung steht
    • Agiles Mindset wird gelebt / alle sind dazu bereit, es sich anzueignen
    • Wille zur Transparenz
    • Interesse an kontinuierlicher Weiterentwicklung; das beinhaltet das regelmäßige Hinterfragen etablierter Prozesse
    • Fehlerkultur: Fehler müssen erlaubt sein und öffentlich gemacht werden, damit jeder daraus lernen kann

     

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